Dienstag, 25. Januar 2011

Bericht von Hans Zillmann


Taranjit Kaur mit Waisenkind

Bin wieder aus Kalkutta mit vielen Erkenntnissen zurück. Es war für uns Europäer mit Temperaturen um 25 Grad und normaler Luftfeuchtigkeit sehr erträglich. Auch wenn Kalkutta mit den fast 30 Millionen Bewohner arm ist: Von der Sonne werden sie reichlich verwöhnt. Gewohnt haben wir in in einem Appartment South City.

Mit Begleitung von zwei Freunden, Manju und Mister Singh, war ich auf “FUTURE HOPE”, einer Einrichtung, die mit 8 Waisenkinder vor 23 Jahren gegründet wurde. Der FUTURE HOPE mit dem Managing Trustee TIM Grandage hat es mit Fleiß erreicht, Spendengelder aus allen Erdteilen zu erhalten.

Auf FUTURE HOPE finden 300 Kinder alles, was sie einigermaßen glücklich und zufrieden macht. Sie haben ausreichend Lehrer, eigene Sportanlagen und nehmen an sportlichen Wettkämpfen teil. Klar ist: Der “FUTURE HOPE ” benötigt unsere Hilfe nicht.

Meine große Hoffnung lag bei Taranjit, einer indischen Schauspielerin, die mich begleitet hat. Sie war für uns eine große Hilfe hat mich Tage lang durch NGO´s begleitet.

Wir waren bei der ALL BENGAL WOMEN´S UNION, dort gibt es ca. 250 Kinder zum Teil aus den Slum-Gebieten und dazu 85 Waisenkinder im Alter von 4 bis 15 Jahren.

Die Waisenkinder leben sehr beengt, oft teilen sich zwei Waisenkinder ein Bett von 80 cm Breite. Für mehrere Betten fehlt das nötige Geld. Auch fehlt es an Englisch-Lehrern, die sie aus finanzieller Not nicht haben können. Dabei ist Wissen und Bildung die einzige Chance, der Armut zu entfliehen.

Ich habe Sm. Keshwar Jahan Quader gebeten, uns ihre “Wünsche”, wo wir helfen können, schriftlich zu geben. Die Auswertungen werde ich im Verein präsentieren.

An einen anderen Tag war ich mit Singh ca . 40 Km von Kalkutta entfernt auf einem ländlichen Gebiet mit Reisanbau. Die Reisfelder gehören Manju oder Singh. Dort kam Singh auf die Idee, wir könnten eine Schule für die Dorfkinder errichten. Das Land erhalten wir großzügigerweise kostenlos. Wohl gut gemeint, aber nicht von unserem Interesse. Mister Singh weiß eigentlich auch wie ich, dass wir als Deutsche auf einem Reisfeld für eine Schule keine Baugenehmigung erhalten werden.

Am nächsten Tag war ich mit Taranjit bei “ISHA FOUNDATION”. Es ist die älteste Einrichtung in Kolkata mit einer sehr freundlichen Leiterin, mit kleinen Wünschen, die wir hoffntlich bald erfüllen können.

Auch von dort habe ich eine schriftliche Wunschliste zum Nachlesen für Euch alle, mit denen ich diese wunderbaren Erlebnisreise nicht teilen konnte. Habe viele Fotos in Kolkata und auf dem Land gemacht.

Je weiter man sich von der Stadt entfernt, umso größer ist die Armut. Kinder leben in Blechhütten auf den Reisfeldern und schlafen auf Stroh. Kein Krankenhaus, keine Schule mit Englisch-Lehrern in Sicht. Die Kinder leben dort ohne Hoffnung auf Bildung und werden arm bleiben. Sie haben einen Trost: Die Luft ist besser als der Smog in Kolkata,
der die ewige Sonne nur im Abgasnebel scheinen lässt.

Es war eine Freude, diese Reise zu machen. Hätte auch nach Mallorca oder nach Sylt fahren können, aber es musste Kolkata sein. Gewiss werde ich wieder nach Kalkutta fahren, und hoffentlich schon etwas Hilfe im Gepäck haben. Habe an der Brücke
die Kinder getroffen, die wir schon bei unseren Filmaufnahmen im letzten Jahr als Straßenkinder kennen gelernt haben. Es war ein freudiges Wiedersehen. Ich wundere mich, wie man bei dieser Armut und Hoffnungslosigkeit noch so glücklich lachen kann.
Ich könnte es nicht.

Unser Verein apatya org. e.v. macht Fortschritte. Habe bei meiner Rückkehr die Registereintragung vom Amtsgericht vorgefunden. Ich freue mich auf viele neue Mitglieder, die uns bei der Hilfe unterstützen werden!